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Perspektivenwechsel: Beobachtungen einer Freundin

Gastbeitrag von Steffi Stockerl (Freundin der Mutter mit gleichaltrigen, hörenden Kindern)

Ich erinnere mich an eine Geburtstagsfeier bei mir zuhause: viele Freundinnen und Bekannte mit ihren Kindern, es war lustig, lebhaft und ein lautes Treiben. Alle waren erstaunt über dieses kleine, zarte Babymädchen, dass da seelenruhig auf unserer Couch lag und den Trubel verschlief.  Nur wenige der anwesenden Geburtstagsgäste wussten, dass die zwei Monate alte Marie nicht hört und schon zwei Wochen später brachte eine weitere Untersuchung die Gewissheit: Marie ist taub.

Unfassbar fand ich damals die Diagnose und die Situation, in der meine Freundin Michaela und ihre Familie sich plötzlich wiederfanden. Doch Michaela ging die Sache mit ihrem unschlagbaren Optimismus, rastloser Recherche und großer emotionaler Stärke an. Gemeinsam haben wir dennoch die CMV-Infektion verflucht, vor OPs und deren Ausgang gebangt und einfach auch irgendwie den Verlust unserer eigenen Unbeschwertheit betrauert.

Aber Marie war von Beginn an ein fröhliches und sehr willensstarkes Mädchen. Sie überstand die Anfangstherapie und ihre beiden CI-Operationen sehr gut und entwickelte sich völlig normal. Ihre Sprachentwicklung war anfangs, im Vergleich zu meinem ebenfalls 2016 geborenen Sohn, langsamer. Sie beobachtete genau und sprach etwas undeutlicher und einsilbiger, aber sie konnte sich sehr bald gut bemerkbar machen.

Bemerkenswert fand ich schon früh, wie intuitiv Marie mit dem CI umging. War sie müde oder überfordert von einer Situation, nahm sie das CI ab, kuschelte sich an Mama oder Papa und schlief so auch gerne mal ein. Soviel Körperbewusstsein und Vertrauen in sich sollte uns wirklich ein Vorbild sein!

Rückblickend hat sich seit dieser Party vor mittlerweile fast vier Jahren alles sehr positiv entwickelt und irgendwie zum Guten gewendet. Unsere Kinder sind jeweils ähnlich alt und mögen sich sehr. Die kleine Marie ist zu einem aufgeweckten, lebenslustigen Mädchen herangewachsen und würde man das CI nicht sehen, man würde nicht einen Moment denken, dass Marie taub ist. Im Spiel der vier Kinder merkt man Maries Einschränkung nicht: Sie spricht deutlich, sie versteht und wird verstanden und setzt auch ihren Willen durch. 😉

Das Cochlea Implantat ist bei meinen Kindern kein Thema. Sie wissen, dass Marie es zum Hören braucht und es ist für sie völlig normal. Beim gemeinsamen Planschen im Sommer nimmt Marie die CIs ab und auch da funktioniert das gemeinsame Spiel ohne Probleme – die Kinder verstehen sich intuitiv.

Ich freue mich auf viele weitere Planschbeckennachmittage – danke liebe Michaela, dass wir Teil eurer Hörreise sind!

 

DANKE liebe Steffie für diesen schönen Beitrag! ♥

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